Der Riesenbärenklau

Schöne Optik – problematischer Kontakt.

Die auch als Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum) bezeichnete Pflanze stammt ursprünglich aus dem Kaukasus, wurde aber im 19. Jahrhundert durch Gartengestalter in europäischen Gärten und Parks etabliert. Im Laufe der Zeit breitete sich die Staude, die bis zu 4 Metern Höhe erreichen kann, immer mehr aus und entwickelte sich zum Problem. Vermehrt findet man sie an Brachflächen, Straßen- oder Bachrändern, aber auch private Gärten sind mittlerweile ein beliebter Wuchsort.

Zu erkennen ist die Staude an ihren großen weißen Blütendolden, aus der sich eine immense Zahl von Samen ausbildet. Diese können bis zu 10 Jahre lang keimfähig bleiben. Die Samen der Herkulesstaude sind äußerst leicht und schwimmfähig und können sich somit auf den unterschiedlichsten Wegen, unabhängig von Standort, Wetter und äußeren Umständen, verbreiten. Hat sich eine Pflanze an einem Standort etabliert, bildet sie Massenbestände aus und unterdrückt die heimische Flora. Dies kann Erosionsschäden auslösen.

Doch nicht nur unsere heimische Natur wird von den Neophyten überrollt, für uns Menschen können sie eine gesundheitliche Gefahr bedeuten.

Die Pflanze entwickelt eine Art Pflanzengift, welches bei Menschen schwere allergische Reaktionen auslösen kann. Durch Hautkontakt mit der Substanz, vor allem in Kombination mit Sonnenlicht, werden stark juckende, schwere und langanhaltende Entzündungen der Haut hervorgerufen, die an Verbrennungen erinnern. Die Wunden nässen stark und benötigen oft Wochen um wieder abzuheilen. Aber nicht nur der Hautkontakt kann problematisch sein, denn unter Sonneneinstrahlung und der entsprechend warmen Umgebungstemperatur, sondert die Pflanze Substanzen ab, die bei Aufenthalt in ihrer Nähe Atemnot und akute Bronchitisanfälle auslösen können. Besonders Kinder reagieren stark auf das Gift der Pflanze und sollten deshalb jeden Kontakt meiden.

Sollten Sie trotz Vorsichtsmaßnahmen in Berührung mit der Staude kommen, reinigen Sie die betroffenen Stellen sofort gründlich mit Wasser und Seife. Vermeiden Sie unbedingt Sonneneinwirkungen bis die Hautreaktion abgeklungen ist! Reagieren Haut oder Atemwege schwerer, suchen Sie bitte einen Arzt auf.

Was ist zu tun, wenn sie den Riesenbärenklau in ihrem Garten entdecken?

Die Pflanze sollte bekämpft werden. Der beste Zeitpunkt für die Entfernung der Staude ist von April bis Mai. In dieser Zeit blüht die Pflanze noch nicht und es besteht somit keine Gefahr, ungewollt Samen auszubringen und somit die Verbreitung zu fördern.

In diesem Zeitpunkt genügt das Ausgraben der Staude bis zu einer Tiefe von 15 cm. Damit entfernen Sie die Regenerationsanlagen der Pflanze und verhindern das erneute Austreiben.

Sollten Sie die Pflanze erst später entfernen können, müssen zunächst die Blütendolden abgehackt werden. Diese entsorgt man am besten über den Restmüll oder verbrennt sie vor Ort. Durch die Entfernung der Dolden wird die Verbreitung der Samen verhindert. Danach wird die Pflanze auf ca. 15 cm Tiefe ausgegraben.

Sicherheitsvorkehrungen für die Bekämpfung:

  • Ausreichende Schutzkleidung (mindestens lange Hose, langärmliges Oberteil, möglichst dick und Handschuhen bestehen)
  • Gesicht und Hände mit Sonnenschutzmittel schützen (ein möglichst hoher Lichtschutzfaktor)
  • Auf eine möglichst geringe Sonneneinstrahlung bei der Entfernung achten (am besten bei bewölktem Himmel oder in der Dämmerung)

Gleichgültig wann und wie Sie die Staude entsorgen, sollte eine mehrfache Nachsorge am ehemaligen Standort erfolgen. Wie bereits erwähnt bleiben die Samen des Riesenbärenklaus bis zu 10 Jahre keimfähig und der Boden könnte bereits Samenkapseln enthalten.

Falls Sie eine Herkulesstaude in Ihrem Garten entdecken und noch weitere Fragen haben, wenden Sie sich gerne an uns, wir helfen Ihnen weiter.

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