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Der Eichenprozessionsspinner  

(Thau metopoea processionea) 

Aufgrund des sehr milden Winter wird auch in diesem Jahr wieder eine hohe Population des Eichenprozessionsspinner erwartet. Aus gegebenem Anlass informieren wir hier deshalb über wissenswerte Fakten zu diesem Thema.Der Eichenprozessionsspinner besiedelt alle Arten der Gattung Quercus (Eiche). Am wohlsten fühlen sich die Raupen der wärmeliebenden Schmetterlingsart in warm-trockenen Gebieten, wo sie mittlerweile verstärkt Bäume im städtischen Bereich und in Parkanlagen besiedeln. Hohe Populationen finden sich in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt.  

Prozession der Raupen

Die Raupen leben in Familienverbänden. Zur Nahrungsaufnahme wandern sie in mehrreihigen Prozessionen durch den Baum. Dieser Tatsache verdankt die Gattung auch ihren Namen.    

Ab dem dritten Larvenstadium bildet die Raupe sogenannte Brennhaare aus, die für den Menschen durch Hautkontakt oder Einatmen zur Gesundheitsgefährdung werden können. Das Nesselgift Thaumetopoein dieser Haare kann Hautirritationen, Augenreizungen, Atembeschwerden und pseudoallergische Reaktionen hervorrufen. Besonders anfällig für diese Auswirkungen sind unsere Kinder, die Sie deutlich auf die Gefahren, die von den "niedlichen Tieren" ausgehen, hinweisen sollten.  


Auswirkungen bei Kontakt:


Bei Hautkontakt kommt es zu Juckreiz und Hautentzündungen. Die sichtbaren Auswirkungen gehen von Flecken, ähnlich derer von Insektenstichen, bis hin zur Nesselsucht.

Ein Kontakt mit den Augen führt zu Augenreizungen. 

Bei Einatmung können die Auswirkungen bei einer Vorbelastung bis zur Atemnot führen.

Schwindelgefühl und Fieber sind weitere mögliche Reaktionen des Körpers auf das Gift.

Die Intensität der Auswirkungen steigt zusätzlich mit jedem neuen Kontakt mit den Brennhaaren der Raupe an. 

 

Maßnahmen bei Kontakt:  


Sollte ein Kontakt mit den Raupen stattgefunden haben, empfiehlt es sich, gründlich und intensiv zu duschen, um die mit Wiederhaken versehenen Haare der Raupe möglichst abzuwaschen. Die Kleidung muss auf jeden Fall gewaschen werden, denn die Haltbarkeit der Raupenhaare ist sehr dauerhaft und so können nicht entdeckte oder entfernte Brennhaare, teilweise über Jahre hinweg, immer wieder neue Reaktionen hervorrufen.  

Bei stärkeren Beschwerden suchen Sie bitte einen Arzt auf. Weisen Sie auf den vorherigen Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner hin, um eine konkrete und schnelle Behandlung zu ermöglichen.

Der beste Weg jedoch, körperliche Reaktionen zu vermeiden, ist das meiden von gefährlichen Gebieten. Achten Sie deshalb auch auf Hinweise der jeweilen Eigentümer der Bäume oder der örtlichen Behörden. 

 

Sollten Sie einen Befall Ihrer Bäume durch die Raupe feststellen, helfen wir gerne mit einer fachgerechten Entsorgung der Gespinstnester. 

 

 

 

Der Riesenbärenklau

schöne Optik – problematischer Kontakt


Die auch als Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum) bezeichnete Pflanze stammt ursprünglich aus dem Kaukasus, wurde aber im 19. Jahrhundert durch Gartengestalter in europäischen Gärten und Parks etabliert. Im Laufe der Zeit breitete sich die Staude, die bis zu 4 Metern Höhe erreichen kann, immer mehr aus und entwickelte sich zum Problem. Vermehrt findet man sie an Brachflächen, Straßen- oder Bachrändern, aber auch private Gärten sind mittlerweile ein beliebter Wuchsort. Zu erkennen ist die Staude an ihren großen weißen Blütendolden, aus der sich eine immense Zahl von Samen ausbildet. Diese können bis zu 10 Jahre lang keimfähig bleiben. Die Samen der Herkulesstaude sind äußerst leicht und schwimmfähig und können sich somit auf den unterschiedlichsten Wegen, unabhängig von Standort, Wetter und äußeren Umständen, verbreiten. Hat sich eine Pflanze an einem Standort etabliert, bildet sie Massenbestände aus und unterdrückt die heimische Flora. Dies kann Erosionsschäden auslösen.


Doch nicht nur unsere heimische Natur wird von den Neophyten überrollt, für uns Menschen können sie eine gesundheitliche Gefahr bedeuten.


Die Pflanze entwickelt eine Art Pflanzengift, welches bei Menschen schwere allergische Reaktionen auslösen kann. Durch Hautkontakt mit der Substanz, vor allem in Kombination mit Sonnenlicht, werden stark juckende, schwere und langanhaltende Entzündungen der Haut hervorgerufen, die an Verbrennungen erinnern. Die Wunden nässen stark und benötigen oft Wochen um wieder abzuheilen. Aber nicht nur der Hautkontakt kann problematisch sein, denn unter Sonneneinstrahlung und der entsprechend warmen Umgebungstemperatur, sondert die Pflanze Substanzen ab, die bei Aufenthalt in ihrer Nähe Atemnot und akute Bronchitisanfälle auslösen können. Besonders Kinder reagieren stark auf das Gift der Pflanze und sollten deshalb jeden Kontakt meiden.

Sollten Sie trotz Vorsichtsmaßnahmen in Berührung mit der Staude kommen, reinigen Sie die betroffenen Stellen sofort gründlich mit Wasser und Seife. Vermeiden Sie unbedingt Sonneneinwirkungen bis die Hautreaktion abgeklungen ist! Reagieren Haut oder Atemwege schwerer, suchen Sie bitte einen Arzt auf.

 

Riesenbärenklau

 

Was ist zu tun, wenn sie den Riesenbärenklau in ihrem Garten entdecken?

Die Pflanze sollte aufgrund ihrer gesundheitsgefährdenden Eigenschaften und der negativen Folgen für unsere heimische Flora bekämpft werden. Bei der Bekämpfung sollten Sie jedoch einige Sicherheitsvorkehrungen treffen.

  • Tragen Sie ausreichende Schutzkleidung. Diese sollte mindestens aus langen Hosen, einem langärmligen Oberteil, möglichst dick, und Handschuhen bestehen.
  • Schützen Sie Gesicht und Hände zusätzlich mit Sonnenschutzmittel. Ein möglichst hoher Lichtschutzfaktor sollte enthalten sein.
  • Achten Sie auf möglichst geringe Sonneneinstrahlung bei der Entfernung. Am besten bekämpfen Sie die Pflanze bei bewölktem Himmel oder in der Dämmerung.

Der beste Zeitpunkt für die Entfernung der Staude ist von April bis Mai. In dieser Zeit blüht die Pflanze noch nicht und es besteht somit keine Gefahr, ungewollt Samen auszubringen und somit die Verbreitung zu fördern. In diesem Zeitpunkt genügt das Ausgraben der Staude bis zu einer Tiefe von 15 cm. Damit entfernen Sie die Regenerationsanlagen der Pflanze und verhindern das erneute Austreiben. Sollten Sie die Pflanze erst später entfernen können, müssen zunächst die Blütendolden abgehackt werden. Diese entsorgt man am besten über den Restmüll oder verbrennt sie vor Ort. Durch die Entfernung der Dolden wird die Verbreitung der Samen verhindert. Danach wird die Pflanze auf ca. 15 cm Tiefe ausgegraben.

Gleichgültig wann und wie Sie die Staude entsorgen, sollte eine mehrfache Nachsorge am ehemaligen Standort erfolgen. Wie bereits erwähnt bleiben die Samen des Riesenbärenklaus bis zu 10 Jahre keimfähig und der Boden könnte bereits Samenkapseln enthalten.


Falls Sie eine Herkulesstaude in Ihrem Garten entdecken und noch weitere Fragen haben, wenden Sie sich gerne an uns, wir helfen Ihnen weiter.

 

Die Infoplakette 

 

Unser neuestes Projekt soll Wanderer und Naturfreunde auf die Besonderheiten der Natur, in der sie sich gerade aufhalten, informieren.

Zu diesem Zweck sollen an einschlägigen Orten ca. 8 cm große Plaketten angebracht werden, die mit jedem Smartphone oder Tablet eingescannt werden können. Der Code führt direkt zu einer Informationsseite, die an dieser Stelle lebende Tiere und das damit verbundene geschützte Habitat erklärt. Der Leser erhält alle wissenswerten Fakten sowie weiterführende Links und Buchinformationen zum jeweiligen Thema.

Diese Plaketten sollen somit nicht nur informativ sein, sondern auch für geschützte und gefährdete Arten und Lebensräume sensibilisieren. 

 

Eine Beispielplakette sehen Sie hier, die Farbgebung kann entsprechend noch angepasst werden:  

 

 

Versuchen Sie es doch einmal und scannen sie das hier angezeigte Bild mit einer der kostenlosen Apps für Smartphone oder Tablet...

oder klicken sie einfach hier. 

 

 

  

Knows

  

Pathogene Pilze
Studien zum Einsatz von Trichoderma-Arten, Biologische Kontrolle Holz zersetzender Pilze an Bäumen, veröffentlicht in AFZ Der Wald, 19. Februar 2007
Publikation1.pdf [15.3 MB]

 

 Wissenswertes zum Thema Baum und Baumpflege